Unser Schulkonzept

Der Klassenlehrer führt seine Klasse in der Regel 6 Jahre. Er unterrichtet sie täglich in den ersten beiden Stunden in 3- 4-wöchigen Epochen in den Fächern Deutsch, Mathematik, Formenzeichnen und Sachkunde, später auch in Geschichte, Erdkunde und in den Naturwissenschaften.
Das Lernen und Üben von Gedichten, Liedern und Reigen sowie die Eurythmie stabilisieren das Kind in seiner seelischen Entwicklung.
Das Malen mit Aquarellfarben löst Spannungen und harmonisiert die Empfindungen.

Durch das Formenzeichen werden Grundlagen für eine freiere Stiftführung gelegt und grundsätzliche Fähigkeiten wie z.B. die Hand- Auge – Koordination geschult.

Der tägliche Erzählteil lässt die Kinder in spannende und lösende Geschichten eintauchen, die der jeweiligen Altersstufe entsprechen:

  • Märchen in der 1. Klasse,
  • Fabeln und Legenden in der 2. Klasse,
  • Altes Testament in der 3. Klasse,
  • Germanische Göttersagen in der 4. Klasse,
  • Griechische Mythologie in der 5. Klasse,
  • Römische Geschichte in der 6. Klasse.

Im 3. und 4. Schuljahr gehen die Klassen einmal in der Woche zum Voltigieren auf den Mundenhof, um die Sicherheit in den unteren Sinnen zu vertiefen.

Im 5. und 6. Schuljahr üben die Kinder im „Zirkus Michelangelo“ ihre Geschicklichkeit und das soziale Miteinander. Das Training führt gegen Schuljahresende zu einer Zirkusvorstellung vor den anderen Klassen und findet seinen Höhepunkt in einer öffentlichen Aufführung.

Grundsätzlich werden neben dem waldorfpädagogischen Ansatz aktuelle lernpsychologische Erkenntnisse angewandt.

In der 7. Klasse übernimmt ein neuer Lehrer die Klasse und führt sie bis zum Hauptschulabschluss. Das Lernen zielt zunehmend stärker auf die eigenständige Handlungs- und Sozialkompetenz der Jugendlichen.

  • Sie lernen, Verantwortung für die eigenen Lernprozesse zu übernehmen.
  • In den künstlerisch – praktischen Fächern (z. B. Holzwerken, Handarbeit, Kochen und Gartenbau) schulen sie ihre Geschicklichkeit, erwerben Selbstständigkeit in den lebenspraktischen Dingen und trainieren ihr Durchhaltevermögen.
  • Durch das Theaterspiel und durch Präsentationen von Projekten gewinnen sie Sicherheit im Darstellen vor Zuschauern.
  • In einem Landwirtschafts – sowie in einem Betriebspraktikum erhalten sie erste Einblicke in die Arbeitswelt.
  • Die Jugendlichen werden dazu angeregt, sich an der Gestaltung des Schullebens zu beteiligen und sich bei den Schulfesten für die Gemeinschaft einzubringen.
  • In den Hauptfächern arbeiten sie in klassenübergreifenden Lerngruppen, die ein individuelles Lerntempo ermöglichen.

Im Abschlussjahr stehen die gezielte Vorbereitung des Hauptschulabschlusses, das Finden eines Ausbildungsplatzes oder der Übergang in weiterführende Schulen im Vordergrund.
In den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch wird die zentral gestellte Prüfung vorbereitet und geschrieben.
Im zweiten Teil der Hauptschulabschlussprüfung wird ein selbst gewähltes Thema im Team bearbeitet und der Schulgemeinschaft präsentiert. Auf diesen Prüfungsteil wird bereits in den vorangegangenen Jahren in Probeprojekten hingearbeitet.

Schüler/innen mit einem erhöhten Förderbedarf werden im 9. Schuljahr auf eine Sonderberufsmaßnahme vorbereitet und auf dem Weg dorthin begleitet.

Dabei bilden die gezielte Berufsvorbereitung und die persönliche Reife des Jugendlichen die Voraussetzung dafür, dass dieser Schritt in die Welt erfolgreich werden kann.

Ein wesentliches Ziel der Schulzeit an der Michael-Schule ist die Entwickelung und die Stärkung der eigenen Persönlichkeit. Am Ende dieser Zeit steht für viele unserer Schüler der Übergang  in die Berufswelt oder an weiterführende Schulen.Die Situation auf dem Arbeitsmarkt
Gerade heute ist ein gute und geglückte Ausbildung ein Zugang zu einem selbstverantworteten Leben. In den letzten Jahren haben die Beschäftigungsverhältnisse, die keine besondere Qualifikation erfordern, um ¼ abgenommen. Demgegenüber stieg die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse, die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen.
Praktika und „Abschluss mit Anschluss“Ab der 7. Klasse werden jährlich ein bis zwei 14-tägige Praktika durchgeführt, die von den Lehrkräften intensiv begleitet werden.
Durch gezielte Orientierungspraktika in der Landwirtschaft, im Handwerk und im Dienstleistungsbereich lernen die SchülerInnen unterschiedliche Arbeitsfelder kennen. Auf der persönlichen Seite erleben die Jugendlichen in dieser Arbeit, dass sie draußen in der Welt gebraucht werden und erwünscht sind. Schüler, Eltern und Lehrer sind immer wieder ganz besonders erfreut, wenn sich der Schüler oder die Schülerin so bewährt hat, dass ihm/ ihr von Seiten des Betriebes ein Lehrstellenangebot gemacht wird.
Durch diese Praktika und die gute und fruchtbare Zusammenarbeit mit den Beratern der Agentur für Arbeit können die Jugendlichen ein reales Bild des Arbeitslebens erhalten.Nach der Michael-Schule gibt es folgende Anschlussmöglichkeiten:
  • Berufsausbildung,
  • Werkrealschule,
  • Waldorfschule,
  • ein- oder zweijährige Berufsfachschule,
  • berufsvorbereitende Maßnahmen.

Nahezu alle SchülerInnen der Abschlussklassen legten in der Vergangenheit den Hauptschulabschluss erfolgreich ab. In vielen Fällen waren die Leistungen so gut, dass eine weiterführende Schule besucht werden konnte. Wir legen viel Wert darauf, dem Motto „kein Abschluss ohne Anschluss“ gerecht zu werden und unterstützen alle SchülerInnen dabei, im Anschluss an die Michael-Schule den jeweils optimalen Platz zu finden.